Epigenetik 

& psychische
Gesundheit

Die Epigenomforschung erreichte in den letzten Jahrzehnten innovationsträchtige Ergebnisse, die das Verständnis von Genetik, Gesundheit und Krankheit maßgeblich veränderten. Durch Umwelteinflüsse kann das Erbgut lebenslang beeinflusst und geformt werden. Der Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ist jedoch für Fachunkundige nicht immer ausreichend gewährleistet. Dies führt zum Misstrauen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, obwohl viele wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Epigenetik, großen Mehrwert und Nutzen für die Bevölkerung mit sich bringen würden. 

 

So beschäftigt sich die Forschung dieser Arbeit mit der Frage, wie die Thematik Epigenetik und psychische Gesundheit vermittelt werden kann und welche Inhalte kommuniziert werden sollten. Zudem wird erörtert, wie Epigenetik und das damit verbundene ethische Dilemma von Wissen und Nichtwissen der Bevölkerung vermittelt werden kann und wieso sich die Bevölkerung bereits heute mit der Thematik und den ethischen Fragen auseinandersetzen sollte. Mithilfe einer Umfrage sowie eines umfangreichen Forschungspraktikums am Zentrum für psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Würzburg und Expertengesprächen soll sich den Lösungen angenähert werden. 

Mithilfe der Recherche- und Forschungsmaßnahmen wird eine Vermittlungmethode epigenetischer Inhalte und ethischer Dilemmata durch den Einsatz von Informationsdesign im Rahmen einer Wanderausstellung entwickelt. Das Informationsdesign dient als Zwischeninstanz zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und vereint die Ansprüche der Objektivität, Korrektheit und Verständlichkeit der wissenschaftlichen Inhalte. Im Rahmen eines Gedankenexperiments in Form einer App kann die Vermittlung der Konsequenzen ethischer Entscheidungsdilemmata um Wissen und Nichtwissen erreicht werden. Die Notwendigkeit der baldigen Aufklärung über epigenetische Forschungsergebnisse kristallisiert sich durch das fehlende Wissen in der Bevölkerung heraus.

 

Innerhalb der Ausstellung wird mit kleinen Würfeln gearbeitet, die als „Lichtschalter“ fungieren. Sie stehen als Metapher für die flexiblen epigenetischen Schalter im menschlichen Körper.
Mit den Würfeln können BesucherInnen interaktiv mit der Ausstellung interagieren und bestimmte Informationsinhalte durch Licht sichtbar machen. In Form einer App wurde ein Gedankenexperiment entwickelt, welches BesucherInnen in eine Persona hineinversetzt. So können die epigenetischen Konsequenzen, aufgrund verschiedener Lebensentscheidungen, von den BesucherInnen nachvollzogen werden.